Cultural Engineering: What’s in a name? Transdisziplinär studieren

Transdisziplinäre Angebote in der Lehre reagieren nicht nur auf gesellschaftliche Herausforderungen, sie stellen auch die Universitäten und Lehrenden vor besondere Herausforderungen. Im Magdeburger Studiengang Cultural Engineering auf Bachelor konnten seit 2001 Erfahrungen gesammelt werden. Der Beitrag widmet sich diesem Studiengang, anlässlich seines 15jährigen Jubiläums.

KI Generiertes Bild, Expressionismus, abstrakte, bunte Farbverläufe. Prost: systems, networks and processes

Aus dem Studiengangsverbund ging auch die Idee des Dialogs der Wissenschaften hervor, weil der Studiengang diesen Dialog im Alltag der Lehre beständig leistet. Im Studiengang müssen die Lehrenden genauso wie der Dialog der Wissenschaften zwischen Fachkulturen und Fachsprachen vermitteln. Der Beitrag liefert eine Perspektive auf die Aufgabe, in der Lehre mit verschiedenen Disziplinen umzugehen. Dafür verdeutlicht er das Konzept hinter dem Studiengang, das eine transdisziplinäre Lehre erfolgreich ermöglicht und dessen theoretische Einbettung. Damit ist die Frage gestellt: Was steckt im Namen Cultural Engineering?[1] Das Vorhaben ist also:

1. am Beispiel Cultural Engineering zu zeigen, wie transdisziplinäres Studieren funktioniert und

2. beispielhaft darin enthaltene Formate für gelingendes transdisziplinäres Studieren aufzuzeigen und

3. die Folgeprobleme eines transdisziplinären Programmstudiums herauszustreichen und mögliche Gegenmaßnahmen aufzuführen.

Die weiteren Teile des Textes stelle ich fortlaufend als Beiträge online.


[1] Die Formulierung „What’s in a Name“ im Titel bezieht sich auf Lawrence Grossberg (Grossberg, 2000, 2002, S. 67f.).

Rezension von ›Der Kampf um die Kulturwissenschaften‹ von Andreas Neumann

Andreas Neumann (Jena) hat meine Dissertationsschrift rezensiert. »Für Serjoscha P. Ostermeyer sind Lehrbücher in den Kulturwissenschaften keine Monumente auf längst begrünten Schlachtfeldern. Sie sind wissenschaftspolitische Mittel eines Kampfes. Sein Erkenntnisinteresse entzündet sich daher geradezu im Widerspruch zu Kuhns Thesen. «

Mehr: Andreas Neumann: Rezension zu: Ostermeyer, Serjoscha P.: Der Kampf um die Kulturwissenschaft. Konstitution eines Lehr- und Forschungsfeldes 1990–2010. Berlin 2016 , in: H-Soz-Kult, 08.09.2017, <www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-27668>.

Konferenz der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft

David Sittler und ich werden am 17.11. einen Vortrag auf der Konferenz „Bodies in motion“ in Gent halten. Titel ist

The role of embodied knowledge in urban riots: the mediated aesthetics of violence exemplified by the LA-Riots 1992

Das vollständige Programm findet sich auf der Seite der Universität Gent.

Der Beitrag knüpft an unsere Arbeit zu Urban Riots an, die wir in Newcastle vorgestellt haben. Anstatt die Verbindung von visuell argumentierenden, gewalttätigenden Körpern und deren Bedeutung für die Diskursnalayse in den Mittelpunkt unserer Argumentation zu rücken, geht es diesmal um die Rolle des situativ verkörperten und abgerufenen Wissens, das eine ›Riot Szenography‹ (Farge) ausmacht.

Abstract: Weiterlesen »

Ideengeschichte (Notiz)

»Forscher, die man mit dem Auftrag, festzustellen, wie es wirklich war, ins Feld jagt, kommen nicht zurück; sie apportieren nicht, sie rapportieren nicht, sie bleiben stehen und schnuppern entzückt an den Details.«

Aus:  Luhmann, N. (2008). Ideenevolution (1. Auflage). Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 234

Rezension zum Kampf um die Kulturwissenschaft

Josef Tutsch hat mein Buch ›Der Kampf um die Kulturwissenschaft‹ besprochen. Meine Analyse des wissenschaftlichen Diskurses bettet er dabei vor allem in gesellschaftliche Referenzen ein. Die Konjunktur des Kulturbegriffs ist eben auch ein Ausdruck gesellschaftlicher Veränderungen. Was ich nur andeute – Ende des Kalten Krieges, gesellschaftliche Reformbewegungen in den 70ern – wird mit Huntington und Burke von Tutsch noch einmal als Rahmen in den Vordergrund gerückt.

Tutsch sieht den Anwendungsbereich der Kulturwissenschaften in der Ausbildung als eine Annäherung an den Arbeitsmarkt. Aus meiner Sicht ist der aus der universitär-kulturwissenschaftlichen Ausbildung herausgehende ›spezialisierungsfähige Generalist‹ (Hartmut Böhme) aber nicht nur eine Anbiederung an den Arbeitsmarkt, sondern auch eine Reaktion auf eine sich in Partikularität befindliche Wissenschaftslandschaft in der Pendelbewegung zwischen Sozial- und Geisteswissenschaften. Das habe ich im Anschluss an meine Studie in zwei Aufsätzen 2014 und 2015 versucht auszuarbeiten. Der Generalist bleibt auf die wissenschaftliche Ausbildung und die Einseitigkeit von Wissensbeständen bezogen. Das kann auf dem wirtschaftlichen Arbeitsmarkt hilfreich sein. Dies gilt gerade für diejenigen Bereiche, die Kulturwissenschaft mit Wirtschaftswissenschaften verbinden. Das geschieht in Lüneburg bei der Angewandten Kulturwissenschaft, beim Kulturwirt in Passau und eben auch beim Cultural Engineering in Magdeburg, wo ich unterrichte (oder in Leipzig, Friedrichshafen usf.). Zugleich ist aber die Anwendungsseite der Kulturwissenschaft im Grunde das Kulturmanagement. Das wiederum hat – gerade an Fachhochschulen – einen sehr starken Aufschwung in den vergangenen Jahren erlebt. Kulturmanagement hat aber wenig mit dem Generalisten zu tun und ist ein Spezialist und eine Professionalisierung für einen Bereich von Event- und Hochkulturmanagement. Dort bestehen noch einmal andere Anforderungen an eine (Aus-)Bildung.

Tutsch, J. (2017, Juli 30). Rezension: Paradigmenwechsel in den Geisteswissenschaften: Die Konjunktur des Kulturbegriffs seit den 1980er Jahren. scienzz Magazin. Zugriff am 31.7.2017. Verfügbar unter: http://www.scienzz.de/magazin/art11931.html

Ostermeyer, S. P. (2014). Kulturwissenschaften als plurale Narration von Kulturentwicklungsprozessen (Dialog der Wissenschaften 1). In R. Girmes, S.M. Geschke, S.P. Ostermeyer & A. Shkonda (Hrsg.), Den spezialisierten Anderen verstehen: Begegnungen jenseits disziplinärer Gehege (S. 133–144). Münster: Waxmann.
Ostermeyer, S. P. (2015). Form und Funktion von Einführungen: Eine Wissensarchitektur zwischen Aufklärung und Disziplinierung (Dialog der Wissenschaften 2). In S.P. Ostermeyer & S.-K. Krüger (Hrsg.), Aufgabenorientierte Wissenschaft: Formen transdisziplinärer Versammlung (S. 75–91). Münster: Waxmann.

Zur Paradoxie von Planung und Aneignung

Aneignungen als destruktive und produktive oder intervenierende urbane Partizipationstaktiken

9783837636864_216x1000Mein Buchbeitrag zu Aneignung und Intervention im urbanen Raum ist beim transcript Verlag erschienen. Das Buch gibt es hier zu erwerben.

Thomas E. Hauck, Stefanie Hennecke und Stefan Körner haben das Buch »Aneignung urbaner Freiräume« herausgegeben. Es basiert auf einer von ihnen organisierten Tagung in Kassel.

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Magazin zu studentischen Exkursionen: Graffiti in Lissabon

Cultural Engineering Studierende haben im Anschluss an die Exkursion nach Lissabon im letzten Jahr ein Magazin mit ihren Forschungen vor Ort erstellt. Dabei sind sie in die Graffiti Szene eingestiegen und konnten eine Reihe informativer Interviews vor Ort führen. Im Magazin kommentieren sie die Interviews und geben einen visuellen Eindruck der Exkursion.

Modern Mural Magazine – Lotenheim (pdf)

Leider konnte ich im vergangenen Jahr bei der Exkursion selbst nicht Teilnehmen, freue mich aber, dass mein Seminarkonzept in der Adaption von meiner Elternzeitvertretung Theresa Franke so gut aufgegangen ist!

Ist der Hipster ein Spießer?

Robert Zwarg hat für den Tagesspiegel einen Artikel zum Hipster-Phänomen verfasst. Überschrieben ist er mit: »Hipster und Spießer – Irgendwo zwischen ewiger Jugend und Biedermeier«. Darin stellt er den Hipster in eine längere Diskurstradition. Eine solche Einordnung, gerade als mentale Haltungsfigur, fehlt bislang. Trotzdem fehlt mir im Artikel eine ausreichende Differenzierung von Diskurszuschreibungen und lebensweltlichen Phänomenen für die Bestimmung der Hipster-Haltung. Das versuche ich kurz aufzuzeigen.

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Gibt es eine kulturwissenschaftliche Wissenskultur?

Der Beitrag reflektiert – basierend auf der Analyse von ca. 60 Einführungen – den kulturwissenschaftlichen Diskurs hinsichtlich der Entstehung einer kulturwissenschaftlichen Wissenskultur. Dabei kann verdeutlicht werden, wie und wann auf ein übergreifendes Konzept von Kulturwissenschaft verwiesen wird. Dadurch etabliert sich eine – wenn auch lose – kulturwissenschaftliche Wissenskultur.

Die komplette inhaltliche Vorlage für den Vortrag ›Eine kulturwissenschaftliche Analyse kulturwissenschaftlicher Wissenskultur‹ und die Vortragsfolien können hier abgerufen werden.

Der Vortrag fand im Rahmen der Sektion Wissenskulturen der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft statt. Vielen Dank an Nina Kalwa für die Einladung und an die Sektionsmitglieder für die umfangreiche und intensive Diskussion.